Das große Lexikon von Mobilfuchs

Inhalt des Artikels

A

Abzweigefelder

Bei einem Abzweigefeld handelt es sich um ein, aus Bodenindikatoren mit einem diagonal angeordneten Noppenprofil abgegrenzten quadratischen Bereich, der blinde und sehbehinderte Menschen auf eine Richtungsänderung wie Abknickungen und Verzweigungen im Blindenleitsystem hinweist. Abzweigefelder werden üblicherweise in Verbindung mit Auffindestreifen oder Leitstreifen eingesetzt.

Akustische Wahrnehmung:

ist die Sinneswahrnehmung von Tönen über den Hörsinn.

Allergien:

stellen eine angeborene oder erworbene erzeugte Überempfindlichkeit (veränderte Reaktion) des menschlichen Immunsystems bzw. des Organismus gegenüber körperfremden Stoffen dar, welche im Grunde unschädlich sind. Voraussetzung für das Auslösen der allergischen Reaktion ist in der Regel ein weiterer Kontakt mit dem körperfremden Stoff nach dem Erstkontakt.

Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG):

ist ein Gesetz, welches , u. a. für Menschen mit Behinderung, die folgenden Ziele verfolgt: Entgegenwirken von Benachteiligungen im Arbeits- und Zivilrecht (Geschäftsleben), Beseitigung bereits entstandener Benachteiligungen, Schutz vor Diskriminierung (durch Benachteiligung z. Bsp. wegen Alter oder Behinderung),Information der betroffenen Personen über ihre Rechte und Erleichterung der Rechtsdurchsetzung. Mit dem Diskriminierungsschutz soll sichergestellt werden, dass die Teilhabe am Geschäftsleben im gleichen Maß für alle Bürger gilt.

Alzheimer Krankheit:

(Alters-Demenz / Senilität) tritt als eine Degenerationskrankheit mit Atrophie der Großhirnrinde auf. Ein Persönlichkeitszerfall bis zur Demenz ist möglich.

Arthrose:

ist eine Gelenkerkrankung, die insbesondere aus einem Missverhältnis von Beschaffenheit und Beanspruchung / Leistungsfähigkeit der einzelnen Gelenkanteile (Form-Funktionsproblem) hervorgerufen wird. Sie wird gerne auch als „Gelenkverschleiß“ bezeichnet.

Auffindestreifen für seitlich gelegene Ziele:

Bei einem Auffindestreifen für seitlich gelegene Ziele handelt es sich um ein aus Bodenindikatoren, mit in Hauptgehrichtung verlaufenden Rippenprofil, abgegrenzten Bereich, der blinde und sehbehinderte Menschen auf seitlich der Gehfläche gelegene Ziele hinweist und sie zu diesen hinführen soll.

Auffindestreifen für Querungsstellen:

Bei einem Auffindestreifen für Querungsstellen handelt es sich um ein aus Bodenindikatoren, mit diagonal angeordnetem Noppenprofil, abgegrenzten Bereich, der blinde und sehbehinderte Menschen auf seitlich der Gehfläche (in Hauptgehrichtung) gelegene Fahrbahnquerungsstellen hinweist und sie zu diesen hinführt. Auffindestreifen für Querungsstellen kommen in der Regel in Verbindung mit einem Richtungsfeld zum Einsatz.                                                                                                                                                                    Mit Auffindestreifen für Querungsstellen können gesicherte und ungesicherte Querungsstellen angezeigt werden.

Aufmerksamkeitsfeld / Aufmerksamkeitsstreifen:

Bei einem Aufmerksamkeitsfeld bzw. einem Aufmerksamkeitsstreifen handelt es sich jeweils um ein aus Bodenindikatoren mit diagonal angeordnetem Noppenprofil abgegrenzten Bereich, der von blinden und sehbehinderten Menschen eine erhöhte Achtsamkeit fordert. Dieser warnt nicht nur rechtzeitig vor Gefahren und Hindernissen , sondern kann, bei einer angemessenen Gestaltung, blinde und sehbehinderte Menschen auch am Hindernis vorbeiführen.

Aufschlagsrichtung einer Tür:

Die Begrifflichkeit Aufschlagsrichtung oder auch Anschlagsrichtung bezeichnet die Öffnungsrichtung einer Tür. Dabei ist es unerheblich ob sich die Tür nach rechts oder links öffnen lässt. Ebenso ist es nicht maßgeblich, ob die Tür nach innen oder außen zu öffnen ist.

Aufstehhilfen:

Aufstehhilfen sind Geräte, mit deren Hilfe das Aufstehen aus der Liege- oder Sitzposition für Menschen mit gesundheitlich bedingten Einschränkungen ermöglicht bzw. erleichtert wird.

Aufstehhilfen können zur Erleichterung der Pflege zum Einsatz gelangen. Jedoch auch wesentlich zur Erhaltung der selbständigen Lebensführung des Betroffenen beitragen. Die eigenständige Nutzung der Aufstehhilfen ohne Assistenz setzt jedoch eine ausreichend vorhandene Rumpffunktion sowie erhaltene Gebrauchsfähigkeit der Arme voraus.

Autismus:

bezeichnet eine tiefgreifende psychische Entwicklungsstörung. Ihr Erscheinungsbild ist geprägt von Selbstbezogenheit und Verhaltensauffälligkeit. Bei autistischen Menschen darf ein nicht stattfindender Blickkontakt nicht falsch gedeutet werden. Dieser kann nicht mit Ignoranz, Unaufmerksamkeit oder Schüchternheit gleichgestellt werden.


B

Badewannenlifter

Badewannenlifter sind Hubeinrichtungen, mit deren Hilfe Personen aus oder in eine Badewanne gehoben werden können. Verwendet wird dieser vornehmlich von Personen die Schwierigkeiten beim Ein- oder Aussteigen aus der Wanne haben. Sie werden mit sitzähnlichen Trageeinrichtungen, festen Sitzen oder mit Tuchsitzen im Fachhandel angeboten.

Für Badewannenlifter kommen wasserhydraulische, pneumatische oder auch elektromotorische Antriebe zum Einsatz.

su_note Zum Nachweis, dass der Badewannenlifter den Vorgaben des Medizinproduktegesetzes und der europäischen Richtlinien entspricht, muss er über eine CE-Kennzeichnung verfügen.

[note_color=“#e7e7e7″]   

Bandseite / Bandgegenseite einer Tür

Als Bandseite einer Tür wird die Türseite bezeichnet, die eine feste Verbindung mit der Zarge eingeht. Steht man auf der Bandseite der Tür, so werden bei einer geschlossenen Tür die Bänder sichtbar. Als Bandgegenseite wird die Türseite bezeichnet, welche sich auf der anderen Seite des Türblatts befindet. Auf der Bandgegenseite sind die Bänder bei geschlossener Tür nicht sichtbar.

[/su_note]

Barrierefreier Aufzug:

Ein barrierefreier Aufzug ist eine für alle Menschen auffindbare, zugängliche und nutzbare Aufzugsanlage, mit welcher Lasten oder Personen auf einer Plattform, in einer Kabine oder in einem Fahrkorb, zwischen sich in unterschiedlichen Höhen befindenden Ebenen, in schräger oder vertikaler Ausrichtung, befördert werden können.

Barrierefreie Aufzugs-Durchlader:

Bei barrierefreien Aufzugs-Durchladern handelt es sich um eine für alle Menschen auffindbare, zugängliche und nutzbare Aufzugsanlage, bei der, der Fahrkorb über zwei, in der Regel sich gegenüberliegenden Türen, verfügt. Damit ist die Möglichkeit gegeben, den Einstieg gegenüber dem Ausstieg anzuordnen. Ein notwendiges Wenden des Rollstuhls im Aufzug ist nicht erforderlich.

Barrierefreiheit:

ist mehr als nur ein modernes Schlagwort, was sich in aller Munde befindet. Damit wird ausgesagt aus, dass alle baulichen und sonstigen Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche so ausgestattet sein müssen, dass sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind. Barrierefreiheit stellt keinen Luxus dar, sondern ist eine elementare Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben.

Begleitstreifen /Begleitfläche:

Bei einer Begleitfläche bzw. einen Begleitstreifen handelt es sich jeweils um, aus planen, fugenarmen und möglichst kleinen Fasen bestehenden Bodenelementen, abgegrenzten Bereichen zwischen Bodenindikatoren und den unmittelbar angrenzenden Bodenbelägen, die zur Herstellung eines visuellen und/oder taktilen Kontrastes dienen.

Behinderung:

Ein Mensch gilt als behindert, wenn dessen geistige Fähigkeit, körperliche Funktion oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als ein halbes Jahr von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweicht und somit eine Beeinträchtigung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben vorliegt.

Behindertengleichstellungsgesetz (BGG):

ist ein Gesetz auf Bundesebene, mit dem Ziel der Beseitigung von Benachteiligungen für behinderte Menschen, um deren gleichberechtigte Teilhabe am öffentlichen Leben zu ermöglichen. Es ist von den Trägern der öffentlichen Gewalt des Bundes zu berücksichtigen und umzusetzen. In den letzten Jahren haben zahlreiche Bundesländer eigene Gleichstellungsgesetze geschaffen, deren Geltungsbereich sich vornehmlich auf das Land und deren kommunalen Gebietskörperschaften, einschließlich deren Behörden, erstreckt.

Die Landesgleichstellungsgesetze lehnen sich weitestgehend an die In-halte des Behindertengleichstellungsgesetzes des Bundes an. Jedoch können sie auf Initiative der Akteure in den jeweiligen Bundesländern auch andere Anforderungen enthalten.

Behinderungsbedingter Mehrbedarf:

Bescheid bzw. Verwaltungsakt:

Nach § 31 SGB X ist unter einem Bescheid bzw. Verwaltungsakt zu verstehen: „Verwaltungsakt ist jede Verfügung, Entscheidung oder andere hoheitliche Maßnahme, die eine Behörde zur Regelung eines Einzelfalles auf dem Gebiet des öffentlichen Rechts trifft und die auf unmittelbare Rechtswirkung nach außen gerichtet ist.“ Dieser Bescheid ist von beispielsweise einem informellen Schreiben, einem Zwischenbescheid oder einer Aufforderung zur Nachreichung von Unterlagen zu unterscheiden.

Der Bescheid kann drei mögliche Entscheidungen enthalten:

        1. Ihr Antrag wurde vollständig bewilligt,
        2. Ihr Antrag wurde abgelehnt,
        3. Ihr Antrag wurde teilweise bewilligt.

Im Fall, dass der Antrag abgelehnt oder nur teilweise bewilligt wurde, steht dem Antragssteller der weitere Rechtsweg offen.

Bescheide sind u. a. am Begriff „Bescheid“ oder an einer Rechtsbehelfsbelehrung zu erkennen. Eine Rechtsbehelfsbelehrung erkennt man beispielsweise an der Formulierung „Gegen diesen Bescheid können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen.“ Beide Kennzeichen eines Bescheides, sowohl der Begriff „Bescheid“ als auch die Rechtsbehelfsbelehrung, müssen jedoch nicht zwingend vorhanden sein.

Blindenführhunde:

Blindenführhunde sind speziell ausgebildete Assistenzhunde, die blinde oder hochgradig sehbehinderte Menschen im öffentlichen Raum führen und somit ihnen die Orientierung helfen zu erleichtern. Ein gut ausgebildeter Blindenführhund ist in der Lage u. a. Hindernisse und Gefahrenstellen im Gehwegbereich zu erkennen sowie zu umgehen, kann auf Kommando Fahrbahnquerungen oder auch Hauseingänge finden.

Befindet sich der Blindenführhund im „Dienst“, trägt er ein weißes Führhundegeschirr und sollte generell, beispielsweise durch „Streicheleinheiten“, nicht von seiner Aufgabe abgelenkt werden. Das weiße Führhundegeschirr gehört zu den gesetzlich anerkannten Verkehrsschutzzeichen und ist entsprechend von allen Verkehrsteilnehmern zu beachten.

Auf Antragstellung kann, bei berechtigtem Anspruch des Versicherten, eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse erfolgen.

Blindenlangstock:

Mit Blick auf die Mobilität bzw. die räumliche Fortbewegung liegt die wesentlichste Funktion des Blindenlangstocks in der Orientierung des unmittelbaren Umfeldes des blinden Menschen. Dabei kann der Boden etwa in einer Entfernung von ein bis zwei Schrittlängen voraus abgetastet werden.

Markante Orientierungspunkte und taktile Leitlinien lassen sich mit dem Blindenlangstock wahrnehmen und für die Orientierung nutzen. Dies ist besonders in großflächigen und unübersichtlichen Verkehrsräumen wie Plätzen, aber auch beim Auffinden von Haltestellen oder Fahrbahnquerungsstellen von maßgeblicher Bedeutung.

Blindenleitsystemelemente:

Die Blindenleitsystemelemente, gelegentlich auch als „Anwendungstypen“ bezeichnet, sind definierte Flächen, die sich aus mehreren standardisierten gleichfarbigen Bodenindikatoren mit gleichen Oberflächenprofilen (Rippen oder Noppen) zusammensetzen.                                                                                              Die rechteckige Form der Bodenindikatoren mit ihrer Kantenlänge, in der Regel von 30 cm x 30 cm, bietet eine optimale Voraussetzung für deren stets vorzunehmende rechtwinklige Anordnung von Bodenindikatoren und Blindenleitsystemelementen.                                                                                                                Blindenleitsystemelemente dürfen generell nur außerhalb von Gefahrenbereichen angeordnet werden, daher vermitteln sie eine gewisse Sicherheit. In diesem Zusammenhang ist es nicht zulässig Blindenleitsystemelemente auf Radwegen, Schienentrassen oder auf Fahrbahnen zu verlegen.                         Die einzelnen Blindenleitsystemelemente, die Bestandteil eines Blindenleitsystems sein können, finden Sie auf der Seite: „Die taktilen Elemente des bodengebundenen Blindenleitsystems.

Blindenschrift (Brailleschrift):

diese wurde 1825 als Schrift für sehbehinderte und blinde Menschen vom Franzosen Louis Braille entwickelt. Sie besteht aus, von hinten in das Papier gepressten, Punktmustern, die mit den Fingerspitzen als Erhöhung ertastbar sind. Bei der Blindenschrift (Brailleschrift) wird zwischen der Blinden-Vollschrift und der Blinden-Kurzschrift unterschieden.

Blindheit:

liegt nach deutscher Rechtsprechung liegt vor, wenn die Sehschärfe (Visus) nicht mehr als 1/50 beträgt. Sie kann aber auch bei einer besseren Sehschärfe vorliegen, wenn das Gesichtsfeld beeinträchtigt ist. Bei der Blindheit wird zwischen Geburts- und Späterblindung unterschieden.

Bodengebundene Blindenleitsysteme:

Bodengebundene Blindenleitsysteme werden aus einer gezielten Verknüpfung der einzelnen Blindenleitsystemelemente gebildet. Bei deren Anordnung erfolgt die Wahl der Blindenleitsystemelemente nicht nach den Gesichtspunkten des Designs, sondern nach der dem Element zu geordneten Funktion und der damit verbundenen Information, die an der jeweiligen Stelle an die Nutzer des Blindenleitsystems vermittelt werden muss.

Bodenindikatoren:

Ein Bodenindikator ist ein bodengebundenes Element mit standardisierten Oberflächenstrukturen vornehmlich bestehend aus Noppen- oder Rippen. Er verfügt zum unmittelbar angrenzenden Bodenbelag über einen visuellen, taktilen und gegebenenfalls akustischen Kontrast beziehungsweise Informationsgehalt.

Bodenindikatoren können, beispielsweise als Betonplatten oder Keramik-Fliesen, fest in den Boden verlegt, auf den Boden verschraubt oder aufgeklebt werden.

Bodenindikatoren sind die kleinsten Bestandteile von bodengebundenen Blindenleitsystemen und dienen somit blinden und sehbehinderten Menschen zur Orientierung, Information, Warnung und Leitung.

Brailleschrift:

diese wurde 1825 als Schrift für sehbehinderte und blinde Menschen vom Franzosen Louis Braille entwickelt. Sie besteht aus, von hinten in das Papier gepressten, Punktmustern, die mit den Fingerspitzen als Erhöhung ertastbar sind. Bei der Brailleschrift (Blindenschrift) wird zwischen der Blinden-Vollschrift und der Blinden-Kurzschrift unterschieden.


C

Checkliste :

Eine Checkliste ist eine Kontrollliste für die quantitative und qualitative Vollständigkeitsprüfung.


D

Demenz:

meint einen erworbenen „geistigen Zerfall“.

Diabetes mellitus:

bezeichnet als Zuckerkrankheit eine Gruppe von Stoffwechselkrank-heiten, wo der erhöhte Zuckergehalt im Blut und die Ausscheidung von Zucker im Urin typisch sind. Es erfolgt eine Einteilung in verschiedene Typen, wobei Typ 1 (primär insulinabhängig) und Typ 2 (nicht primär insulinabhängig) am häufigsten vorkommen.

DIN:

Deutsches Institut für Normung e.V., Sitz in Berlin

DIN 18040-1:

Die Normenreihe DIN 18040 umfasst drei Teile. Neben dem Teil 1 „Öffentlich zugängliche Gebäude“ (DIN 18040-1) gibt es weiterhin den Teil 2 „Wohnungen“ (DIN 18040-2) und den Teil 3 „Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“ (DIN 18040-3). Bei dieser Norm handelt es sich um eine nationale (deutsche) Norm, welche vom Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN) erarbeitet und herausgegeben wurde. Die Norm DIN 18040 Teil 1 enthält Anforderungen an das barrierefreie Bauen von öffentlich zugänglichen Gebäuden und gibt Hinweise zur Anwendung.

Die DIN 18040-1 ist ein Dokument, welches die technischen Anforderungen an das barrierefreie Bauen von öffentlich zugänglichen Gebäuden beschreibt. Dabei stützt sich das Dokument auf die abgestimmten Kenntnisse aus Technik und Wissenschaft unter der Berücksichtigung der gesammelten praktischen Erfahrungen von Experten und behinderten Nutzern.

DIN 32984:

Die DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum (DIN 32984:2011-10) gilt vornehmlich für Neubauten und sollte analog bei Restaurierungen oder Umbauten im öffentlichen Verkehrsraum sowie öffentlich zugänglichen Gebäuden zur Anwendung gelangen.

Die DIN 32984 enthält Angaben zur visuellen und taktilen Wahrnehmbarkeit von Bodenindikatoren.

In Bezug auf die Bodenindikatoren sowie die sonstigen Leitelemente werden mit Hilfe der DIN 32984 die entscheidenden Anforderungen zur barrierefreien Gestaltung aus der Normenreihe DIN 18040 ergänzt und konkretisiert.

Duftpflanzen:

sind Pflanzen, die über einen für sie eigenen typischen Duft verfügen, der mehr oder weniger intensiv versprüht wird. Die Duftpalette der Pflanzen reicht von wohltuenden bis hin zu deftigen Düften, sodass sich für jeden Geschmack etwas finden lässt, um Garten oder Terrasse attraktiver zu gestalten.                  Der  Duft kann über die Blüten und/ oder  über ihre Blätter, in Form eines Berührungsduftes,  abgegeben werden.  Erwähnt sei hier das ölhaltige Extrakt der Skimmien-Blätter, die einen stark aromatischen Duft verbreiten. Die Freigabe des Berührungsdufts steht in Abhängigkeit zur jeweiligen Witterung. Selbst wenn die Pflanzen erfroren oder vertrocknet sind, geht bei vielen von ihnen der Duft nicht verloren. Aber auch die Rinde oder Früchte der Duftpflanzen können als Duftträger fungieren.


E

E-Bikes:

Gemäß der „Ersten Verordnung zur Änderung der Straßenverkehrs-Ordnung (StVO)“ vom 14.12.2016 sind unter E-Bikes zu verstehen:

        1. einsitzige zweirädrige Kleinkrafträder die über einen elektrischen Antrieb verfügen,
        2. welcher sich bei einer Geschwindigkeit über 25 km/h selbständig abschaltet,
        3. der Elektroantrieb ermöglicht eine Fortbewegung bis zu 25 km/h, ohne eine gleichzeitige Betätigung der Pedale,
        4. der Nutzer muss einen Helm tragen,
        5. der Nutzer benötigt eine Betriebserlaubnis,
        6. ein Versicherungskennzeichen sowie
        7.  eine Mofa-Prüfbescheinigung.

Einstiegsfeld:

Bei einem Einstiegsfeld handelt es sich um ein aus Bodenindikatoren mit parallel zur Bordsteinkante verlaufenden Rippenprofil abgegrenzten Bereich, der blinden und sehbehinderten Menschen die Einstiegsposition in die Fahrzeuge des öffentlichen Personenverkehrs anzeigt. Hierfür wird in der Regel die erste Fahrzeugtür vorgesehen.

Einzelrufsteuerung:

Eine Einzelrufsteuerung ist eine Steuerung für jeweils nur einen Aufzugs-Fahrkorb mit lediglich nur einer Anforderungstaste je Aufzugshaltestelle. Die Einzelrufsteuerung ist so ausgelegt, dass sie nur eine Anforderung, aus einer der Aufzugshaltestellen oder direkt aus dem Fahrkorb, entgegennehmen und einen Befehl ausführen kann.

Elektrokleinstfahrzeuge – Verordnung:

Der Gesetzgeber hat in seiner Verordnung über die Teilnahme von Elektrokleinstfahrzeugen am Straßenverkehr (Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung – eKFV) § 1 „Anwendungsbereich“ vom 06.06.2019 definiert was unter Elektrokleinstfahrzeugen zu verstehen ist. Dort heißt es:

„(1) Elektrokleinstfahrzeuge im Sinne dieser Verordnung sind Kraftfahrzeuge mit elektrischem Antrieb und einer bauartbedingten Höchstgeschwindigkeit von nicht weniger als 6 km/h und nicht mehr als 20 km/h, die folgende Merkmale aufweisen:
1. Fahrzeug ohne Sitz oder selbstbalancierendes Fahrzeug mit oder ohne Sitz
2. eine Lenk- oder Haltestange von mindestens 500 mm für Kraftfahrzeuge mit Sitz und von mindestens 700 mm für Kraftfahrzeuge ohne Sitz,
3. eine Nenndauerleistung von nicht mehr als 500 Watt, oder von nicht mehr als 1400 Watt, wenn mindestens 60 Prozent der Leistung zur Selbstbalancierung verwendet werden. Die Nenndauerleistung ist nach dem Verfahren gemäß DIN EN 15194:2018-11 oder den Anforderungen der Regelung Nr. 85 der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Europa (UN-ECE) – Einheitliche Bedingungen für die Genehmigung von Verbrennungsmotoren oder elektrischen Antriebssystemen für den Antrieb von Kraftfahrzeugen der Klassen M und N hinsichtlich der Messung der Nutzleistung und der höchsten 30-Minuten-Leistung elektrischer Antriebssysteme (ABl. L 323 vom 7.11.2014, S. 52) zu bestimmen,
4. eine Gesamtbreite von nicht mehr als 700 mm, eine Gesamthöhe von nicht mehr als 1400 mm und eine Gesamtlänge von nicht mehr als 2000 mm und
5. eine maximale Fahrzeugmasse ohne Fahrer von nicht mehr als 55 kg.“

Erschließung von Gebäuden:

Mit der Begrifflichkeit „Erschließung“ fasst man alle Wege und Räume zusammen, die man für den Zugang zu allen, sich im Gebäude befindenden, Nutzungseinheiten benötigt.

Man kann zwischen unterschiedlichen Formen der Gebäudeerschließung unterscheiden. So spricht man von einer horizontalen oder vertikalen Erschließung von Gebäuden. Dagegen unterscheidet die DIN 18040–2 zwischen der äußeren (von der Grundstücksgrenze bis zum Eingang des Wohngebäudes) und inneren (vom Eingang des Wohngebäudes bis zur Wohnung) Wohngebäudeerschließung.

Aber auch beispielsweise die Wege zur Abfallentsorgung und die Trassen für Wasser und Strom sind für die Wohngebäudeerschließung von grundlegender Bedeutung.

E-Scooter:

E-Scooter ist die Bezeichnung für einen Elektromotorroller und ist in die Gruppe der Elektrokleinstfahrzeuge einzuordnen. Elektromotorroller werden jedoch auch als E-Roller oder Elektroroller bezeichnet. Zum Teil werden diese Begriffe auch im zunehmenden Maße zur Bezeichnung von Elektro-Tretrollern verwendet.

Ein vierrädriger E-Scooter ist ein Quad, ausgestattet mit einem Sitz für eine Person, einen Durchtritt zwischen Lenker und Sitz sowie einen elektrischen Antrieb. Er unterscheidet sich vom Elektrorollstuhl durch u. a. eine direkte Lenkvorrichtung die mit beiden Armen zu bedienen ist. Derartige E-Scooter werden für die Mobilität gern von Menschen mit einer Gehbeeinträchtigung verwendet.

F

Fase:

Bei einer Fase handelt es sich um eine abgeschrägte Fläche, in der Regel von 45°, an der Kante eines Werkstoffes.

Fingeralphabet:

ist ein Tastalphabet für taubblinde Menschen, bei dem die Wörter in die Hand des taubblinden Menschen getippt werden. 

Fußweg:

Ein Fußweg ist ein Weg, der nicht an eine Fahrbahn grenzt und der gänzlich nur der Nutzung von Fußgängern sowie Benutzern von Mobilitätshilfen vorbehalten ist.


G

Gartentherapie:

Bei der Gartentherapie stehen gärtnerische Aktivitäten, unter therapeutischer Anleitung in einer angemessenen Atmosphäre, im Mittelpunkt. Als Therapiemedium dient in erster Linie die Pflanze, ihre Umgebung sowie deren Fähigkeit mit ihren Eigenschaften die menschlichen Sinne anzusprechen.              Die Gartentherapie eignet sich insbesondere für Menschen, die, auf Grundlage ihres besonderen Bewusstseinsverhältnisses zu Pflanzen, eine gesundheitliche Vorsorge treffen wollen oder Heilung wünschen.

Gebärdensprachen:

Gebärdensprachen sind visuelle Körpersprachen, sind eigenständige, gesetzlich und wissenschaftlich anerkannte visuelle Körpersprachen, bei denen Körperhaltung, Mimik und lautlos gesprochene Wörter miteinander kombiniert werden. Sie gelten als das wichtigste Kommunikationsmittel für sprach- und hörgeschädigte Menschen, wobei jede Gebärde ein Zeichen ist, mit dem ein Begriff oder ein Zeichen zum Ausdruck gebracht wird.

Ergänzt werden die Gebärden durch Mundbild, Körpersprache und durch die Möglichkeit der Fingersprache, wobei jede Fingerhaltung jeweils die Bedeutung einer Zahl oder eines Buchstaben hat.

GebärdensprachdolmetscherInnen:

sind Fachleute für Kommunikation unterschiedlicher Kulturen  und Sprachgemeinschaften, die die Kommunikation zwischen hörgeschädigten (also schwerhörigen, ertaubten, gehörlosen und selten taubblinden) und  hörenden Menschen in unterschiedlichen Situationen des beruflichen Bereichs (z.Bsp: Aus- und Weiterbildung, Betriebsversammlungen), des privaten Bereichs (z. Bsp.: Arztbesuche, Elternabend) oder im juristischen Verwaltungsbereich (z. Bsp.: bei Gerichtsverhandlungen) ermöglichen.

Gehörlosigkeit:

(Taubheit) kann auf einem teilweisen Ausfall einzelner Bereiche oder des vollständigen Verlusts des menschlichen Gehörs beruhen.

Gehweg:

Ein Gehweg ist ein definierter Straßenbereich, der an eine Fahrbahn angrenzt und der gänzlich nur der Nutzung von Fußgängern sowie Benutzern von Mobilitätshilfen vorbehalten ist.

Geländer:

Als Geländer wird die vollständige seitliche Absturzsicherung, beispielsweise einer Treppe oder an einer Brücke bezeichnet.


H

   

Handlauf:

Ein Handlauf bezeichnet nur den oberen Teil des Geländers, welcher für das Festhalten vorgesehen ist. An diesem kann die Hand beim Treppensteigen nach oben oder unten geführt werden.

 

Hauptschließkante einer Tür:

Die Hautschließkante einer Tür ist die Schließkante, welche die Weite der Türöffnung, also den Abstand zwischen der Schließkante zur parallel gelegenen Gegenschließkante, bestimmt.

Hebe- und Umsetzhilfen:

Die Hebe- und Umsetzhilfen sind typische Hilfen zur Unterstützung und Erleichterung bei der Arbeit von Assistenzkräften in der Pflege. Sie tragen dazu bei, dass körperlich schwere Heben und Umsetzen von älteren oder behinderten Menschen deutlich zu reduzieren und ihnen eine rückenschonende Tätigkeit zu ermöglichen.

Hebe- und Umsetzhilfen dienen beispielsweise zur Vornahme eines weitestgehend selbständigen oder mit Unterstützung einer Assistenzperson, Transfers vom Rollstuhl ins Bett. Ihr Einsatz ist insbesondere bei Personen mit beträchtlichen Mobilitätseinschränkungen oder starker Immobilität notwendig.

Zur Gruppe der Hebe- und Umsetzhilfen gehören:

           1. Positionswechselhilfen
          2. Wende- und Umlagerhilfen
          3. Hebekissen
          4. Aufrichtehilfen
          5. Rutschbretter
          6. Drehscheiben

Herz-Kreislauf-Insuffizienz:

die verminderte Leistung des Herz-Kreislauf-Systems schränkt den Aktionsradius des Betroffenen ein.

Herzinfarkt:

es kommt zum Gewebeabbau durch eine unzureichende Sauerstoffversorgung in Folge verschlossener Herzkranzgefäße.

Hochgradige Sehbehinderung:

liegt vor, wenn auf dem besseren Auge trotz Brille eine Sehschärfe (Visus) von nicht mehr als 1/20 der normalen Sehschärfe vorhanden ist.

Hörsehbehinderung / Taubblindheit:

ist eine gleichzeitig vorhandene Beeinträchtigungen des Seh- und Hörver-mögens. Je nach Schweregrad spricht man dann entweder von Hörsehbehinderung  oder Taubblindheit. Bei diesen Formen der Sinnesbehinderungen können sich die Übergänge durchaus fließend darstellen. Es handelt sich dabei um eine massive Sinneseinschränkung bis hin zum völligen Ausfall der visuellen und akustischen Wahrnehmung.


I

Induktive Höranlage:

Bei einer induktiven Höranlage handelt es sich um ein technisches System, mit dessen Hilfe akustische Signale (Informationen) drahtlos über Hörgeräte an deren Nutzer störungsfrei vermittelt werden können.


J


K

Kognitive Einschränkung:

Eine kognitive Einschränkung benennt eine Beeinträchtigung der geistigen Denkleistungsfähigkeit des Betroffenen, die nicht der „normalen“ Denkleistung für das jeweilige Alter entspricht. Eine leichte kognitive Einschränkung (LKB) stellt im Alltag für die Betroffenen keine vornehmliche Behinderung dar.


L

Landesbauordnungen:

sind die einzelnen Bauordnungen der Bundesländer, die sich an die Musterbauordnung (MBO) weitestgehend anlehnen, um ein möglichst annähernd gleiches Baurecht zu erreichen. Abweichungen davon sind aber möglich.

Leitstreifen:

Bei einem Leitstreifen handelt es sich um ein aus Bodenindikatoren mit in Gehrichtung verlaufenden Rippenprofil abgegrenzten Bereich, der für blinde und sehbehinderte Menschen der Orientierungs- und Leitfunktion dient.

Lifter:

Lifter dienen beispielsweise zur Vornahme eines weitestgehend selbständigen, oder mit Unterstützung einer Assistenzperson, Transfers vom Rollstuhl ins Bett. Ihr Einsatz ist insbesondere bei Personen mit beträchtlichen Mobilitätseinschränkungen oder starker Immobilität notwendig.

Bei der Auswahl eines Lifters sollte bedacht werden, dass während bei einem Deckenlift oder eines mobil fahrenden Liftes ein Transfer zwischen einzelnen Wohnräumen besteht, bei einem stationären Lift dagegen nur ein ortsgebundener Einsatz möglich ist. Maßgeblich ist jedoch auch, ob der Nutzer entsprechend seiner individuell vorliegenden Einschränkungen den Lifter selbst bedienen kann oder bei der Nutzung auf eine Assistenz angewiesen ist. Für eine zweckentsprechende Nutzung des Lifts spielt natürlich ebenfalls die Betrachtung der räumlichen Wohngegebenheiten eine wichtige Rolle.

Liste der Technischen Baubestimmungen (LTB) der Bundesländer:

beinhaltet für bauliche Anlagen technische Regeln, die für deren Planung, Konstruktion und Bemessung von grundlegender Bedeutung sind. Die Aufnahme (Einführung) der technischen Regeln als Technische Baubestimmungen in die Liste der Technischen Baubestimmungen erfolgt in der Regel auf der Grundlage des § 3 Absatz 3 der jeweiligen Bauordnung eines Bundeslandes. Die Technischen Baubestimmungen haben eine allgemeine Verbindlichkeit, da sie nach genannten Paragraphen Beachtung finden müssen.

Ebenso, wie bei den Bauordnungen, gibt es hier eine Musterliste der Technischen Baubestimmungen. Die Listen der Technischen Baubestimmungen der einzelnen Bundesländer lehnen sich an die Vorgaben der Musterliste der Technischen Baubestimmung an und übernehmen die dort enthaltenen anerkannten Regeln der Technik.

Lormen:

benannt nach dessen taubblinden Erfinder, Hieronymus Lorm, ist eine Fingersprache, bei der gezielt gesetzte Berührungen an der Hand des taubblinden Menschen erfolgen. Dabei bedeutet jede Berührung, an einer festgelegten Position an der Hand, einen Buchstaben bzw. eine Silbe, z. Bsp. für das „E“ eine Berührung an der Zeigefingerkuppe. So werden die Wörter in die Hand des taubblinden Menschen getippt.

Lorm-Alphabet:

ist ein Fingeralphabet (Tastalphabet) für taubblinde Menschen, bei dem die Wörter in die Hand des taubblinden Menschen getippt werden.


M

Mobilität:

bedeutet beweglich, also nicht an einen festen Standort gebunden, zu sein.  Das Wort „mobile“ (= beweglich, marschbereit) aus dem Französischen stammend, wurde erstmals im 18. Jahrhundert in der Militärsprache benutzt. Dabei handelt es sich um eine Wortbildung, die auf das lateinische Wort „mobilis“ zurückgeführt werden kann.

Die Bewertung von Prozessen mit Hilfe dieser „Beweglichkeit“ (=Mobilität), wurde seither verallgemeinert. Entsprechend groß ist die Vielzahl von Facetten der Mobilität, wie z. Bsp.: geistige Mobilität, räumliche Mobilität, persönliche Mobilität, physische Mobilität oder berufliche Mobilität, die heute schon längst keine Abstrakte mehr darstellen.

Mobilitätshilfen:

sind Hilfen, die zur Unterstützung der physisch-räumlichen Mobilität, je nach Schweregrad der Beeinträchtigung und Fähigkeiten, eingesetzt werden. Das können u. a. sein: Gehhilfen / Unterarmstützen, Blindenlang-stock, Blindenführhund, Auto, Fahrrad, Rollator oder Rollstuhl.

Multiple Sklerose (MS):

ist eine der häufigsten Erkrankungen des zentralen Nervensystems (Gehirn und/oder Rückenmark), deren Ursache noch unbekannt ist. Die Krankheit kann in Schüben, in unterschiedlichen Zeitabständen und unterschiedlicher Stärke verlaufen.

Musterbauordnung (MBO):

ist die „Mutter“ aller Landesbauordnungen. Diese wird auf Beschluss der Bauministerkonferenz von Bund und Ländern verbindlich beschlossen, mit dem Ziel, in allen Bundesländern ein möglichst annähernd gleiches Baurecht zu erreichen. Die einzelnen Bauordnungen der Bundesländer (=Landesbauordnungen) lehnen sich an diese weitestgehend an, was aber auch Abweichungen ermöglicht.

Musterliste der Technischen Baubestimmungen (MLTB):

beinhaltet für bauliche Anlagen technische Regeln, die für deren Planung, Konstruktion und Bemessung von grundlegender Bedeutung sind. Die Aufnahme (Einführung) der technischen Regeln als Technische Baubestimmungen in die Musterliste der Technischen Baubestimmungen erfolgt auf der Grundlage des § 3 Absatz 3 der Musterbauordnung. Die Technischen Baubestimmungen haben eine allgemeine Verbindlichkeit, da sie nach genannten Paragraphen Beachtung finden müssen.

Die Musterliste der Technischen Baubestimmungen bildet einen gewissen „Leitfaden“ für die Bundesländer zur Formulierung ihrer Listen der Technischen Baubestimmungen. Sie wird von der Bauministerkonferenz von Bund und Ländern beschlossen.


N

Nationaler Aktionsplan:

gilt als eine Fortführung des nationalen Integrationsplanes, der auf dem 5. Integrationsgipfel am 31.Januar 2012 beschlossen wurde, wo es um die gemeinsamen Maßnahmen und Ziele von Bund und Ländern zur Verbesserung der Integrationspolitik in Deutschland geht.

Nebenschließkante einer Tür:

Alle Kanten einer Tür, die nicht die Weite der Türöffnung bestimmen, können als Nebenschließkanten bezeichnet werden.

Normen:

(deutsche) werden von dem Verein, dem Deutschen Institut für Normung e. V. (DIN), erarbeitet. Daher ist das DIN von der Rechtsform her ein eingetragener Verein. Damit werden die Normen durch eine private Vereinigung geschaffen und können daher lediglich nur Empfehlungen sein. In diesem Zusammenhang ist die Bezeichnung der „DIN-Vorschriften“ im engeren Sinne unkorrekt, da ein eingetragener Verein keine allgemein verbindlichen Vorschriften erlassen kann. Erst wenn die Normen zum Gesetz oder Gesetzesgegenstand werden, sind sie verbindlich. Das Verfahren der Normung ist zwischen dem Deutschen Institut für Normung e. V.  und dem Bund vertraglich geregelt.

Normenausschuss Bau:

ist ein satzungsmäßiges Organ vom DIN mit der Aufgabe der Prüfung von Normungsvorschlägen für das Bauwesen.


O

Orientierung:

ist die kognitive Fähigkeit einer Person, sich zeitlich, räumlich oder mental auszurichten. Dabei hilft die Wahrnehmungsfähigkeit von Informationen ein Bewusstsein zur Orientierung zu entwickeln sowie dieses zu aktualisieren. Für Schlussfolgerungen und Planungen zur Orientierung kann auf im Gehirn gespeicherte Erfahrungen zurückgegriffen werden. Die Orientierung ist eine Leistung einer aktiv handelnden Person, die das Ergebnis aus gesammelten Erkenntnissen und ihrem bedeutungsbezogenen Umgang mit der Umwelt darstellt.

Orientierungshilfe:

ist eine Informationshilfe, die die kognitive Fähigkeit einer Person, sich zeitlich, räumlich oder mental auszurichten, erleichtert.


P

Pedelec:

Die Bezeichnung Pedelec steht für „Pedal Electric Cycle“.

Ein Pedelec ist ein Elektrorad mit Motorantrieb. Bei einem Pedelec wird die Motorunterstützung nur gegeben, wenn der Radfahrer in die Pedale tritt. Es besteht die Unterstützung durch den Motor (von maximal 250 Watt) nur bis zu einer Geschwindigkeit von 25 km/h, so zählen diese als Fahrrad und es besteht keine Zulassungspflicht.

Man kann beim Pedelec die gewünschte Motorunterstützung wählen. Wird der Motor abgeschaltet, ist ein herkömmliches Radfahren möglich.

Der Begriff Pedelec hat sich bisher nicht durchgesetzt. Häufig wird vom E-Bike gesprochen, obwohl eigentlich das Pedelec gemeint ist.

Physisch-räumliche Mobilität:

ist die Bewegung von Gütern und Menschen. Sie findet auf vielfältigste Weise statt, z. Bsp.: auf der Straße, der Schiene, über dem Wasser oder in der Luft und stellt eine wesentliche Voraussetzung für die selbstbe-stimmte Lebensqualität insbesondere für Menschen mit Behinderung dar. Die physisch-räumliche Mobilität von Senioren und Menschen mit Handicap erfolgt häufig per Fuß und ÖPNV.

Prismen-Schrift:

ist eine für  Blinde und sehbehinderte Menschen tastbare Schrift mit prismenartigem Querschnitt, die allerdings nur in Kurzbeschriftungen und mit Großbuchstaben Verwendung finden sollte.

Progressive Muskeldystrophie (MD):

ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Muskulatur, die mit einer Herabsetzung der Muskelspannung und Muskelschwund einhergeht.   Durch die Rückentwicklung der Muskeln geht die Bewegungsfähigkeit bis hin zur Lähmung schrittweise verloren.


Q


R

Radweg:

Als Radweg wird ein fest definierter und baulich angelegter Straßenbereich bezeichnet, der ausschließlich oder vorrangig für die Nutzung des Radverkehrs vorgesehen ist. Ein straßenbegleitender Radweg wird auch als Bordsteinradweg bezeichnet. Die Kennzeichnung von Radwegen erfolgt durch die Zeichen 237, 240 und 241 gemäß der Straßenverkehrsordnung (StVO). Radwege gelten als Bestandteil einer Radverkehrsanlage (Anlage des fließenden Radverkehrs).

Raumspartüren:

Bei den Raumspartüren handelt es sich um zweiteilige Falttüren, die leichtgängig zur Seite gedreht oder geklappt werden können. Ihre Betätigung (Öffnen und Schließen) entspricht die der von Drehflügeltüren. Gegenüber gewöhnlichen Drehflügeltüren ergibt sich jedoch bei Raumspartüren ein deutlich kleinerer Schwenkbereich.

Ratifizierungsgesetz:

ist ein Gesetz zur völkerrechtlich bindenden Anerkennung des internationalen Vertrags zum Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

Richtungsfeld:

Bei einem Richtungsfeld handelt es sich um ein aus Bodenindikatoren mit in Gehrichtung des Fußgängers verlaufenden Rippenprofils abgegrenzten Bereich, der blinden und sehbehinderten Menschen die Gehrichtung über Fahrbahnen oder Gleiskörper anzeigt. Richtungsfelder sind stets unmittelbar gehwegseitig an der Bordsteinkante anzuordnen.

Rollstuhlrampe:

Eine Rampe ist eine schiefe Ebene, welche zwei Flächen, die auf einem unterschiedlichen Höhenniveau liegen, verbindet.

Unter einer festen eingebauten oder angebauten  Rollstuhlrampe (Flächenrampe) versteht man eine freistehende Rampe, die beständig und nicht nur vorübergehend, beispielsweise im Eingangsbereich eines öffentlichen Gebäudes, zur Überwindung eines Höhenniveaus installiert wurde. Dabei können diese Rollstuhlrampen fest verschraubt oder lose verlegt werden.


S

Schlaganfall:

(Zerebro-vasculärer Insult) ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn.

Segway:

Das Segway ist ein elektrisch angetriebenes Transportmittel für eine Person mit zwei auf einer Achse nebeneinander angeordneten Rädern. Zwischen beiden Rädern befindet sich zum Festhalten ein Lenker. Während der Fortbewegung steht der Segway-Fahrer auf einer Plattform. Das Bremsen und Steuern des Fahrzeuges erfolgen durch die Gewichtsverlagerung des Segway-Fahrers. Ein Umkippen des Segways wird durch einen Kreiselstabilisator (Gyroskop) verhindert.

Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Segways ist der Abschluss einer Haftpflichtversicherung. Für das Fahren mit dem Segway bedarf es keiner Fahrerlaubnis. Allerdings beträgt das zulässige Mindestalter für die Nutzung 14 Jahre. Auch wenn hier keine Helmpflicht besteht, ist das Tragen eines Helmes jedoch sehr zu empfehlen.

Sehbehinderung:

Eine Sehbehinderung liegt vor, wenn auf dem besseren Auge trotz Brille eine Sehschärfe (Visus) von nicht mehr als 1/3 der normalen Sehkraft erreicht wird.

Eine hochgradige Sehbehinderung liegt vor, wenn auf dem besseren Auge trotz Brille eine Sehschärfe (Visus) von nicht mehr als 1/20 der normalen Sehschärfe vorhanden ist.

Selbstbestimmtes Leben:

bringt für jeden Menschen das Recht zum Ausdruck, persönlich, ohne Einschränkungen, Bevormundungen oder Mobbing, in vollem Umfang  über seine eigene Lebensführung selbst entscheiden zu können.

Selbstbestimmt Wohnen

bringt das Recht zum Ausdruck, persönlich, ohne Einschränkungen, ohne Bevormundungen und ohne Mobbing in vollem Umfang selbst über seine individuellen Wohnbedürfnisse entscheiden zu können

Es ist (auch für Menschen mit Handicap) ein allgemein anerkanntes Menschenrecht. Dieses wurde in der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung (BRK) verankert. Das selbstbestimmte Wohnen ist nur ein Teil eines selbstbestimmten Lebens. Beide stehen jedoch in einer untrennbaren engen Wechselbeziehung zueinander.

Dabei bildet das selbstbestimmte Wohnen die Voraussetzung und den zentralen Raum für die Geborgenheit.

Schutzziele:

sind Aussagen bzw. Definitionen zu benötigten Sicherheits- und Bedarfsanforderungen für Menschen mit Handicap, welche im Minimum erreicht werden sollen.

Sperrfeld:

Bei einem Sperrfeld handelt es sich um ein aus Bodenindikatoren, unmittelbar an einen niveaugleichen Übergang („Null-Absenkung“ der Bordsteinkante) vom Gehbereich zur Fahrbahn, angeordneten und mit einem parallel zu ihr verlaufenden Rippenprofil abgegrenzten Bereich, der blinden und sehbehinderten Menschen eine niveaugleiche Überquerungsstelle (einschließlich aller Bereiche der Bordsteinkantenhöhen von ≤ 3 cm) anzeigt bzw. vor dieser warnt.

Sturzursachen:

sind die Ursachen, die beim Menschen zu Stürzen führen können. Dabei ist zwischen

Endogene Sturzursachen, die in der Person selbst begründet liegen, wie z. Bsp.: Sehstörungen, Störungen der Balance, Einschränkungen des Haltungs- und Bewegungsapparates, Schlaganfall, Herzinfarkt… und

Exogene Sturzursachen, die nicht in der Person, sondern in deren Umwelt begründet sind, wie z. Bsp.: mangelhafte Lichtverhältnisse, Stolperfallen wie z. Bsp.: fehlende Stufenmarkierungen, umherliegende Kabel…

zu unterscheiden.

Sturzprävention:

meint die Vermeidung von Stürzen. Voraussetzung für eine erfolgreiche Sturzprävention ist die Kenntnis über die möglichen Sturzursachen.

Schwerbehindertenausweis:

gilt in der BRD als bundeseinheitlicher Nachweis über den Status als schwerbehinderter Mensch, er enthält Angaben über den GdB (Grad der Behinderung) und verschiedene Merkzeichen.


T

Taktiles Blindenleitsystem:

Das taktile Blindenleitsystem ist ein, aus bodengebundenen standardisierten Bodenindikatoren bestehendes, System der Wegeführung, welches blinden und hochgradig sehbehinderten Menschen zur Warnung, Information, Leitung und Orientierung dient.

Taubblindheit / Hörsehbehinderung:

ist eine gleichzeitig vorhandene Beeinträchtigungen des Seh- und Hörver-mögens. Je nach Schweregrad spricht man dann entweder von Hörsehbehinderung  oder Taubblindheit. Bei diesen Formen der Sinnesbehinderungen können sich die Übergänge durchaus fließend darstellen. Es handelt sich dabei um eine massive Sinneseinschränkung bis hin zum völligen Ausfall der visuellen und akustischen Wahrnehmung.

Trennstreifen:

Ein Trennstreifen ist ein Streifen, mit dessen Hilfe der Fußwegbereich von anderen Verkehrsflächen, die sich auf gleichem Höheniveau wie der Fußweg befinden, visuell und taktil getrennt wird.1DIN 32984:2011-10, Abschnitt 3.2.3

TSI PRM – Technische Spezifikation über die Interoperabilität für Menschen mit Behinderungen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität

ist  ein maßgebliches Regelwerk.

Die eigentliche aktuelle Fassung der TSI PRM (Technische Spezifikation für die Interoperabilität bezüglich eingeschränkt mobiler Personen), von welcher immer gesprochen wird, befindet sich im Anhang der VERORDNUNG (EU) Nr. 1300/2014.

Die TSI PRM ist, wie jedes Gesetz, für jedermann kostenlos erhältlich und einsehbar.

Ihr Anwendungsbereich hat zum Gegenstand:

  • das Teilsystem Infrastruktur

Dieses umfasst:

      1. die Bereitstellung von Informationen,
      2. den Kauf und gegebenenfalls die Entwertung von Fahrkarten sowie
      3. die Möglichkeit, auf den Zug zu warten.

 

  • das Teilsystem Fahrzeuge

Es gilt für alle Fahrzeuge des konventionellen transeuropäischen Eisenbahnsystems und des transeuropäischen Hochgeschwindigkeitsbahnsystems.

Die TSI PRM enthält nur funktionale Anforderungen, wobei sie schon teilweise konkrete Vorgaben einschließt. Alle Technischen Anforderungen, die die funktionalen Anforderungen der TSI PRM konkretisieren, enthalten die eigens zu ihr geschaffenen Normen.

Türfindesignal:

Ein Türfindesignal stellt eine leicht wahrnehmbare Orientierungshilfe dar, die blinden und sehbehinderten Reisenden auf dem Bahnsteig  eine selbständige Auffindbarkeit der äußeren Fahrgasteinstiegstüren von Zügen ermöglicht. Durch die Kennzeichnung der Fahrgasteinstiegstüren mit einem akustischen Türfindesignal können die Betroffenen die Fahrgasteinstiegstür müheloser auffinden, was nicht nur zur Erhöhung deren Sicherheit beiträgt, sondern darüber hinaus auch einen zügigen Fahrgastwechsel fördert.

Türfreigabesignal:

Das Türfreigabesignal zeigt visuell und akustisch den  Zeitpunkt an, ab welchem der Taster zur Öffnung der Fahrgastaußentür von den Fahrgästen betätigt werden kann. Dabei müssen die akustischen Signale des Türfreigabesignals sowohl innerhalb als auch außerhalb des Eisenbahnfahrzeuges wahrnehmbar sein. Das akustische Türfreigabesignal soll für eine Dauer von 5 Sekunden ertönen.

Türöffnungssignal:

Das Türöffnungssignal  ist ein deutlich hörbares akustisches Signal, das innerhalb und außerhalb des Fahrzeuges angezeigt werden muss, wenn die Fahrgasteinstiegstür  entweder durch das autorisierte Zugpersonal (fernbedient oder automatisch) oder halbautomatisch  durch den Fahrgast (erfordert eine Drucktasterbetätigung) geöffnet wird. Dabei muss das akustische Türöffnungssignal von Beginn an der Türöffnung für die Dauer von 3 Sekunden gegeben werden.

Türschließer / Freilauftürschließer:

Türschließer schließen im Regelfall die Tür nach jedem Öffnen. Dagegen wird der Freilauftürschließer nur im Brandfall, elektrisch entweder automatisch über einen Rauchmelder oder einen Handtaster, aktiviert. Somit ist der Freilauftürschließer im Alltagsbetrieb einer Tür nicht bemerkbar.

Türschließwarnsignal:

Das Türschließwarnsignal soll die Reisenden auf den beginnenden Türschließvorgang hinweisen und sie gleichzeitig auffordern den Gefahrenbereich zu verlassen bzw. nicht mehr zu betreten.

 

 

 


U

Unterstreifen:

ist ein, auf dem Gehweg fahrbahnseitig, streifenförmig angeordneter Gehwegbelag (häufig in Form von Kleinpflasterstreifen), welcher sich vom angrenzenden Gehwegbelag (aus z. B. planen Gehwegplatten) der Gehbahn unterscheidet.

V

Visuelle Wahrnehmung:

In der menschlichen Physiologie benennt die visuelle Wahrnehmung den Prozess von der Aufnahme optischer Lichtreize (Informationen) durch das Auge (Sehsinn), deren Verarbeitung im Gehirn, bis hin zur Erkennung und Deutung von Gegenständen und Informationen, im Vergleich zu bereits erlangten Kenntnissen. Damit übersteigt die visuelle Wahrnehmung deutlich das Maß einer reinen Aufnahme von Lichtreizen über das Auge.


W

Wohnen:

gilt als zentraler Ort für ein selbstbestimmtes Leben.


X


Y


Z

Zerebro-vasculärer Insult:

(Schlaganfall) ist eine Durchblutungsstörung im Gehirn.

Zwei-Sinne-Prinzip:

Nach dem Zwei-Sinne-Prinzip ist eine Information so zu gestalten, dass die Möglichkeit besteht sie gleichzeitig über zwei Sinne (sehen, hören, tasten) wahrnehmen zu können.



Mobilfuchs Newsletter
Abonnieren Sie unseren kostenfreien Newsletter, um stets die neuesten Informationen und Tipps zum Thema Barrierefreiheit zu erhalten.

Als Dankeschön für Ihre Registrierung erhalten Sie kostenlos die wertvolle Liste „7 Tipps für den Rollatorkauf“.