Veröffentlichung der überarbeiteten DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“1 min read

Bildbeschreibung: Das Bild zeigt eine Bushaltestelle am Gehwegrand. Quer über den Gehweg zum Einstiegsfeld verläuft ein Auffindestreifen mit Rippenprofil in Gehrichtung (normgerecht). Ende der Bildbeschreibung.

Die Überarbeitung der DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“ ist nach langjähriger Arbeit abgeschlossen. Diese Norm erschien mit Ausgabedatum vom 12/2020.

Entsprechend des Anwendungsbereichs der Norm ist sie vornehmlich für die Errichtung von Neubauten anzuwenden. Im Rahmen von Modernisierungen bzw. auch Umbauten sollte sie Berücksichtigung finden. Die in ihr beschriebenen standardisierten Lösungen helfen Planern die für blinde und sehbehinderte Nutzer notwendige bundesweit einheitliche Gestaltung herzustellen.

Die DIN 32984 enthält die verbindlichen Anforderungen über die Maße, die Leuchtdichte und die Oberflächenstrukturen der Bodenindikatoren. Daneben formuliert sie die notwendigen Ansprüche, welche die sogenannten „sonstigen Leitelemente“ erfüllen müssen. Es werden klare und eindeutige Angaben zur visuellen und taktilen Gestaltung zur Nutzung für blinde und sehbehinderte Menschen gegeben. Es wird mit dieser Norm das Ziel verfolgt, für die Betroffenen die Sicherheit zu erhöhen, die Orientierung im öffentlichen Raum zu erleichtern und somit eine selbständige Mobilität zu fördern.

Die technischen Anforderungen an Bodenindikatoren der DIN 32984 stellen für die Anwendung der DIN 18040 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen“, insbesondere Teil 3 „Öffentlicher Verkehrs- und Freiraum“, eine unverzichtbare Grundlage dar.

In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, dass die DIN 32984 beispielsweise keine maßlichen Regelungen zu Treppen, Borden oder Überquerungsstellen bestimmt, da diese in DIN 18040 Teil 3 festgelegt sind. In diesen Fällen verweist DIN 32984 nur auf die notwendigen Voraussetzungen für die visuelle und taktile Wahrnehmbarkeit sowie die zu berücksichtigenden Mindestmaße.

Dieses Dokument kann bei der Beuth Verlag GmbH (10772 Berlin, Saatwinkler Damm 42/43, 13627 Berlin), http://www.beuth.de bezogen werden.

2 Gedanken zu „Veröffentlichung der überarbeiteten DIN 32984 „Bodenindikatoren im öffentlichen Raum“1 min read

  1. Sehr geehrte Claudia Karell und Herr Eberhard Tölke,
    können Sie mir bei ein paar unklarheiten weiterhelfen.
    Ich stelle mir immer die Frage wann werden die Noppen verbaut und wann die Rillen verbaut.
    Grundsätzlich wird der Sehbehinderte mit den Rillen geführt.
    Wenn eine Kreuzung oder Gefahrenstelle kommt werden die Noppen eingesetzt in Form eines Würfels. Vom mindestens 0,9m x 0,9m
    Warum wird an einer Buashaltestelle der Bereich vor der Bustür mit Rillen hergestellt und nicht mit Noppen??
    Ich persönlich würde hier eigenlich Noppen vermuten.
    Im Voraus Danke
    Freundliche Grüße
    Marcus Friedrich

    1. Sehr geehrter Herr Friedrich,

       Sie haben völlig Recht. Rippenstrukturen haben die Grundfunktion zu Leitung und Führung. Dagegen sollen diagonal angeordnete Noppenstrukturen die Aufmerksamkeit erhöhen und insbesondere auf Gefahren hinweisen.

      In Haltestellenbereichen besteht für blinde Menschen ein erhöhter Orientierungsbedarf.  Bei den benötigten taktilen Informationen soll ein deutlicher Unterschied zwischen einerseits den Fahrgastinformationen, wie beispielsweise seitlich der Gehrichtung gelegener DFI und Haltepositionen der Fahrzeuge, und andererseits der Informationen für eine sichere Wegeführung erkennbar sein.
      Einstiegsfelder (mit Rippenstruktur) haben gegenüber bestehenden Gefährdungen, wie beispielsweise einer Kennzeichnung mit Noppenstrukturen an Treppen, „nur“ einen Hinweischarakter. Daher besitzen sie im Rahmen einer Priorisierung eine untergeordnete Relevanz. Bei Mehrfachhaltestellen werden die Einstiegsfelder zumeist häufig nur im geringeren Maße von den Fahrzeugführern beachtet, d. h. das Fahrzeug hält meist nur in der Nähe der Einstiegswilligen.
      Es hat sich gezeigt, dass sich zum Wartebereich hin, vom parallel  zum Busbord verlaufenden Leitstreifen, achsenversetzte  Einstiegsfelder mit einer Tiefe von 90 cm und einer größeren Rippenstruktur, nahezu ebenso gut ertasten lassen wie Noppenstrukturen.  Abzweigefelder sollten , wie Sie selbst schreiben,  über eine Kantenlänge von 90 cm verfügen.  Für Einstiegsfelder ist dagegen eine Tiefe von 90 cm und Breite (parallel zum Busbord) von 120 cm  vorzusehen, was das  Einstiegsfeld besser erkennen lässt. 

      Diese Gründe haben u. a.  bei der Abwägung dazu geführt, dass in der DIN 32984 ein Rippenprofil für das Einstiegsfeld vorgesehen ist.

       Sollten Sie Interesse am Thema Bodenindikatoren haben, dann schauen Sie sich doch gern auf unserer Seite noch etwas um. Wir empfehlen Ihnen folgende Seiten, in denen Sie weiteres über Bodenindikatoren erfahren:

      Bodenindikatoren für Sicherheit und Orientierung – Mobilfuchs 

      Blindenleitsystemelemente aus Bodenindikatoren im Bereich von Türen – Mobilfuchs

      Taktile Elemente eines bodengebundenen Blindenleitsystems – Mobilfuchs

      Wir hoffen Ihre Frage zu Ihrer Zufriedenheit erläutert zu haben. Bei Rückfragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Nutzen Sie doch auch gern die Mail: info@mobilfuchs.net 

      Gerne können Sie sich auch in unseren Newsletter eintragen, wenn Sie regelmäßig Neuigkeiten zum Thema Barrierefreiheit erhalten möchten.  

       
      Beste Grüße

      Claudia Karell & Eberhard Tölke

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Durch das Anhaken der Checkbox erklären Sie sich mit der Speicherung und Verabeitung Ihrer Daten durch diese Webseite (https://www.mobilfuchs.net) einverstanden. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu verhindern, speichert diese Webseite Name, E-Mail sowie Kommentar und Zeitstempel Ihres Kommentars (Ihre IP-Adresse wird anonymisiert). Sie können Ihre Kommentare später jederzeit wieder löschen. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.